Ein selbstgebauter Tonkrug, der deine Pflanzen versorgt, wenn du es nicht kannst
Letztes Jahr habe ich mit einer Kita ein kleines Experiment gestartet. Es war Hochsommer, die Erde in den Beeten wurde jeden Tag trockener, und egal wie oft die Erzieherinnen gossen, die Pflanzen hingen trotzdem schlapp herum. Besonders in den Ferien wurde es schwierig. Wer sollte da täglich vorbeikommen und gießen?
Also haben wir große, unglasierte Tontöpfe aus dem Baumarkt geholt und Ollas gebaut. Der Boden war an dem Tag knochenhart, wir haben ordentlich geschwitzt, bis die Töpfe endlich in der Erde saßen. Aber es hat sich gelohnt. Wochen später waren die Beete immer noch feucht, obwohl kaum jemand nachgegossen hatte.
Was ist eine Olla eigentlich?
Ollas, gesprochen "Ojas", sind poröse Tonkrüge, die man im Boden vergräbt. Man füllt sie mit Wasser, und der Ton gibt es ganz langsam an die Erde ab, genau dort, wo die Wurzeln es brauchen. Die Methode stammt ursprünglich aus trockenen Regionen wie Mexiko oder Nordafrika, wo Wasser schon immer kostbar war. Kein Wunder, dass sie gerade jetzt wieder ihren Weg in Gärten, Hochbeete und Balkonkübel findet.
Warum sich der Aufwand lohnt
Was du zum Bauen brauchst
Für eine eigene Olla brauchst du nicht viel, und das meiste findest du im Baumarkt oder hast es vielleicht sogar schon zu Hause.
- 2 unglasierte Tontöpfe in gleicher Größe. Je größer die Töpfe, desto seltener musst du nachfüllen.
- Aquariensilikon, wasserfest und ungiftig. Wichtig, weil das Wasser direkt im Boden bei deinen Pflanzen landet.
- Einen Tonuntersetzer und einen flachen Stein.
- Optional etwas Sandpapier, um die Ränder anzurauen.
So baust du deine Olla
- Töpfe gründlich reinigen und vollständig trocknen lassen.
- Bodenloch eines Topfes von innen mit dem flachen Stein und reichlich Silikon abdichten.
- Beide Töpfe Boden an Boden zusammenkleben, sodass eine geschlossene Kugel mit zwei Öffnungen entsteht.
- Die untere Öffnung bleibt offen, hier füllst du später das Wasser ein.
- Mindestens 24 Stunden trocknen und aushärten lassen, bevor du die Olla eingräbst.
Sobald sie ausgehärtet ist, gräbst du sie bis zum oberen Rand in die Erde ein, direkt neben die Pflanzen, die sie versorgen soll. Danach füllst du regelmäßig Wasser nach.
Am meisten merkst du den Unterschied wahrscheinlich im Urlaub. Statt die Nachbarin um einen Gießdienst zu bitten oder mit schlechtem Gewissen abzureisen, kannst du die Ollas vor der Abfahrt einmal randvoll machen und entspannt losfahren. Und danach, im ganz normalen Gartenalltag, sparst du dir jede Menge Zeit und Wasser.
Wenn du selbst eine Olla baust, würde ich mich riesig freuen, davon zu hören. Schreib mir gerne, wie es bei dir gelaufen ist, oder schick mir ein Foto von deinem Beet.
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